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Kundgebung 2.
Mai 2004 |
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Gekröpfter Nordanflug NEIN
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Kurzreferat
Ruth Humbel Näf, Birmenstorf
Nationalrätin CVP
Als Aargauerinnen und Aargauer profitieren wir davon, in der Nähe
des Flughafens zu sein. Der Flughafen Zürich ist unser Tor zur
Welt. Wir propagieren den Wirtschaftsstandort Aargau unter anderem
auch mit der Nähe zum Flughafen. Die Nähe des Flughafens ist ein
positiver Standortfaktor. Und wer geht nicht per Flug in die
Ferien? Mit dem Flugzeug sind wir von Zürich aus schneller in
Tunesien als mit dem Zug im Tessin und die Ferien sind erst noch
günstiger. Weniger günstig ist hingegen die Situation der
Menschen, welche unter dem Fluglärm und den Abgasimmissionen zu
leiden haben. Das, was uns die scheinbar unbegrenzte Mobilität -
sei es der Strassen- oder der Luftverkehr - als ein Mehr an
Lebensqualität verspricht, ist in Tat und Wahrheit das Gegenteil:
Der Verlust an Lebensqualität.
Wir müssen mit einem Mass an Lärmimmissionen leben. Wir müssen
auch ein bestimmtes Mass an Fluglärm ertragen. 77% der Anflüge und
65% der Starts führen über den Aargau. Damit hat das Mass seine
Grenze erreicht. Die Züricher SVP Regierungsrätin Rita Fuhrer
hingegen will den gekröpften Nordanflug möglichst schnell
einführen. Die Vorbereitungen dazu laufen, ohne den Aargau
einzubeziehen, obwohl er davon am stärksten betroffen ist. Dieses
eigenmächtige, selbstgefällige und arrogante Vorgehen der Zürcher
Behörden dürfen wir uns nicht bieten lassen.
Die Folgen des gekröpften Nordanfluges wären für den
Nordost-Aargau, d.h. für die Bezirke Zurzach, Laufenburg, Brugg
und Baden gravierend: Beeinträchtigung des Erholungsraumes, eine
Abwertung der Liegenschaften, Verlust der guten Lebensqualität und
gesundheitliche Probleme der Bevölkerung. Die subjektive
Wahrnehmung, die Beeinträchtigung eines jeden einzelnen Menschen
ist nämlich dieselbe unabhängig davon, ob 500'000 oder 50'000
Menschen unter einer Start- oder Anflugschneise leben.
Als Birmenstorferin freut es mich, dass der heutige Anlass mit der
Guggenmusik Wildsäu aus Birmenstorf eröffnet worden ist, mit dem
Motto: Wir schaffen uns bei den Zürchern Gehör. Guggenmusiken
erkennt man daran, dass sie laut sind, nicht immer harmonisch
tönen, aber Zuhörerinnen und Zuhörer in Stimmung bringen. Auch in
der Politik ist es leider immer mehr so, dass nur laute Töne
gehört, beachtet und ernst genommen werden. Leise, harmonische
Töne werden kaum mehr wahr und ernst genommen. In Zürich wird
erfolgreich gegen den Südanflug protestiert. Im Aargau blieben wir
bisher anständig leise und haben uns auf dem parlamentarischen Weg
zu wehren versucht. Allein die CVP hat seit 1999 im Grossen Rat
rund 10 Vorstösse zuerst zum Ausbau des Flughafens, dann zum
Betriebsreglement und zum gekröpften Nordanflug eingereicht.
Wir sind heute zusammengekommen, um laute Töne gegen Zürich zu
senden. Es braucht nun laute Töne. Ohne Gegenbewegung geht der
Nordostaargau unter und die Flugzeuge darüber.
Wir verlangen
- Eine faire, ausgewogene Verteilung der Lärmbelastung
- Eine Plafonierung der Flugbewegungen
- Eine Senkung der Lärmamplitude und des Lärmmasses nach LSV
- Ein Mitsprache – und Mitentscheidungsrecht bei allen
Belangen des Flughafens, welche den Aargau betreffen
Wir wehren uns gegen
- Die Zürcher Arroganz
- Gegen die Übernahme zusätzlicher Lärmbelastungen um
Südanflüge abzuwenden und um die Zürcher Goldküste zu verschonen
- Und wir wehren uns ganz klar gegen den gekröpften
Nordanflug!
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