CVP Nationalrätin Ruth Humbel
Ruth Humbel wird Nationalrätin
 
Erschienen am 12.7.2003
Ruth Humbel wird Nationalrätin

Die CVP-Ständeratskandidatin übernimmt Mandat von Guido A. Zäch

Esther Egger, Fraktionspräsidentin / Mitglied der Parteileitung
 
Nachdem Paraplegiker-Arzt Guido A. Zäch am Freitagabend seinen sofortigen Rücktritt als Nationalrat erklärt hat, ist jetzt klar, wer bei der Aargauer CVP seine Nachfolge antreten wird: Ruth Humbel. Die langjährige Grossrätin und CVP-Ständeratskandidatin aus Birmensdorf bei Baden kann das frei werdende Nationalratsmandat übernehmen, weil sowohl der Fricktaler Alt-Nationalrat Peter Bircher als auch der Badener Stadtammann und Grossrat Josef Bürge darauf verzichten. Ruth Humbel war bei den Nationalratswahlen 1999 hinter Bircher und Bürge auf dem dritten Ersatzplatz platziert.
 
Ruth Humbel erlebte nach ihren eigenen Worten in den letzten 24 Stunden ein Wechselbad der Gefühle: „Ich habe Guido A. Zäch als überaus engagierten und kompetenten Politiker kennen gelernt. Er hat im Nationalrat Spuren hinterlassen. Mit seinem sofortigen Rücktritt zeigt er Grösse.“ Gleichzeitig freue sie sich sehr, ab sofort auch auf eidgenössischer Ebene politisieren zu dürfen, erklärte Ruth Humbel an einer Medienkonferenz in Baden. Die Spezialistin für Gesundheits- und Sozialpolitik machte aber auch deutlich, dass sie weiterhin beherzt für den Einzug in den Ständerat kämpfen wird: „Jetzt erst recht!“ laute ihre Devise, sagte die 46-jährige Mutter zweier schulpflichtiger Kinder. Die Zeit sei reif für die erste Frau im
Ständerat, sagte Humbel mit dem Verweis darauf, dass „der Aargau zurzeit durch zwei über 60-jährige Männer vertreten wird.“
 
Esther Egger, Fraktionspräsidentin der CVP Aargau, hob hervor, dass sich Guido A. Zäch gegenüber seiner Partei sehr loyal verhalten habe. Sie verdankte vor den Medien sein enormes Schaffen als Arzt und als Politiker. Für die Nationalratswahlen im Oktober ist Egger optimistisch: „Die letzte repräsentative Umfrage von isopublic und Aargauer Zeitung zeigt, dass wir einen Wähleranteil von 18 Prozent erreichen. Damit machen wir unsere drei Sitze im Alleingang.“ Kritischer sehe es für die FDP aus, die nur 16 Prozent erreicht habe, führte sie weiter aus.
 
Guido A. Zäch wurde am Freitag vom Basler Strafgericht zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Dies im Zusammenhang mit einer Verurteilung wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung im Rahmen seiner Tätigkeiten für die Schweizer Paraplegiker-Stiftung in Nottwil. Guido A. Zäch wird das erstinstanzliche Urteil anfechten.
H O T L I N K S


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