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24.03.2006 |
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Schweiz ist nicht vorbereitet auf Grippe
Pandemievorsorge ist ein Element des
Bevölkerungsschutzes und der Landesversorgung.
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Die Welt bereitet sich auf eine Grippepandemie vor, während im
Pharmaland Schweiz WTO-Ausschreibungen geprüft werden. Das
Bundesamt für Gesundheit (BAG) will die Schweizer Bevölkerung in
die Auslandabhängigkeit führen, obwohl sich eine autonome,
auslandunabhängige Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoff im
Pandemiefall anbietet.
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Die Ausbreitung der Vogelgrippe hat die Frage der Pandemievorsorge
in der Schweiz aktualisiert. Ob das Vogelgrippevirus H5N1 so
mutieren wird, dass es auch für Menschen übertragbar und
bedrohlich wird, ist nicht klar. Ziemlich sicher ist hingegen,
dass eine Grippepandemie kommen wird. Die
Weltgesundheitsorganisation WHO hat in den letzten Jahren immer
wieder auf die Gefahr einer schweren weltweiten Grippeepidemie
hingewiesen. Eine Pandemie könnte weltweit Millionen Menschen
töten. Für die Schweiz rechnet ein Pandemieszenario mit 2 Mio.
Erkrankten, 120'000 Komplikationen, 12'000 Hospitalisationen und
zwischen 10'000 bis 20'000 Toten.
Im Dezember 2004 habe ich mit einer Motion die autonome
Herstellung und Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit einem
Grippe-Impfstoff gefordert. Der Bundesrat hat die Motion
abgelehnt, mit der Begründung, die Hauptforderung der Motion, die
Landesversorgung mit Grippeimpfstoffen im Falle einer Pandemie zu
gewährleisten, sei verfrüht. Der Bundesrat wolle sich nicht auf
eine Option festlegen, sondern andere Möglichkeiten einer
ergänzenden Versorgung mit Grippeimpfstoffen von ausländischen
Herstellern ausreichend prüfen.
Mittlerweile hat die Vogelpest die Schweiz erreicht und das BAG
trödelt in dieser Angelegenheit weiter vor sich hin. Statt mit der
Berna Biotech, dem einzigen Impfstoffanbieter, der unser Land
autonom mit Impfstoff versorgen könnte, Verhandlungen zu führen,
laviert Bundesrat Couchepin über WTO-Ausschreibungen und erdreist
sich, die Kompetenzen und Kapazitäten des hoch qualifizierten
Unternehmens in Frage zu stellen.
Der ehemalige Volkswirtschaftsdirektor scheint den Impfstoff
importieren und damit die Schweizer Bevölkerung im Falle einer
Pandemie in die Auslandabhängigkeit geben zu wollen. Es ist jedoch
kaum davon auszugehen, dass ein anderes Land im Pandemiefall als
erstes die Schweiz mit Grippeimpfstoff versorgen wird.
Realistischer ist das Szenario, dass wir rechtzeitig keinen
Impfstoff bekommen werden, weil jedes Land die Grenzen für den
Export von Impfstoff schliessen wird um zuerst die eigene
Bevölkerung ausreichend versorgen zu können. So sieht es auch die
Schweizerische Gesetzgebung vorsieht. Gemäss Art. 8 der
Pandemieverordnung kann das EDI im Falle einer Pandemiebedrohung
die Ausfuhr von Grippeimpfstoffen verbieten.
Mit der Ablehnung meiner Motion vor einem Jahr hat der Bundesrat
ausgeführt, dass die Behörden die Vorbereitung auf eine
Grippepandemie sehr ernst nähmen. Die Arbeiten hätten bereits vor
mehreren Jahren begonnen. Die Vor- und Nachteile einer nationalen
oder internationalen Lösung zur Versorgung mit Grippeimpfstoffen
im Falle einer Pandemie würden sorgfältig geprüft. Seit der
Beantwortung der Motion hat das BAG ein weiteres Jahr geprüft.
Dabei liegt die ideale Lösung mit dem einzigen Schweizer
Impfstoffproduzenten auf der Hand. Die mangelnde
Entscheidungsfähigkeit des BAG ist ein Risiko für die
Schweizerbevölkerung und wirft auch die Frage auf, ob die Frage
der Pandemievorsorge beim BAG richtig platziert ist oder ob es
sich nicht vielmehr um eine Frage des Bevölkerungsschutzes und der
Landesversorgung handelt.
Ruth Humbel
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