CVP Nationalrätin Ruth Humbel
27.06.2004
 

Generika: Wirksame Heilungsmittel zur Genesung und zur Kostendämpfung

Mit rund 4 Milliarden Franken bilden die Medikamente nach den Ärzten und den Spitälern den drittgrössten Kostenfaktor in der obligatorischen Krankenversicherung. Bei dieser Summe sind die bei stationären Spitalbehandlungen verabreichten Medikamente nicht eingeschlossen. Zwischen 1999 und 2003 sind die Medikamente mit einer Zunahme von 1 Milliarde Franken am stärksten gewachsen.
     
In der Frühlingssession hat die CVP verschiedene Vorstösse eingereicht, mit dem Ziel das Kostenwachstum im Medikamentenbereich zu bremsen. Alle Beteiligten, Leistungserbringer, die Pharmabranche, Krankenversicherer aber auch die Versicherten müssen ihren Beitrag zur Kostendämpfung leisten. Aus unerklärlichen Gründen lehnt der Bundesrat Motionen mit wirksamen Kostendämpfungsvorschlägen ab, so eine vertragliche Regelung von Rabatten zwischen Leistungserbringern und Versicherern sowie die Überprüfung der Spezialitätenliste (SL), bzw. die Streichung von Medikamente für Bagatellerkrankungen aus der SL. Die Ablehnung dieser Motionen ist völlig unverständlich. Nachdem der Bundesrat komplementärmedizinische Behandlungen aus dem Pflichtleistungskatalog gestrichen hat wird er auch schulmedizinische Behandlungen überprüfen müssen. Auch in diesem Bereich sind die WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirksamkeit) nicht immer gegeben ist. Selbstverständlich wird sich die CVP für eine Überweisung der Vorstösse einsetzen.
  
Zusätzlich verlangt die CVP griffige Massnahmen zur Förderung der Generika. Im Generikamarkt liegt ein Einsparpotential, wovon insbesondere die Patientinnen und Patienten profitieren können. Sie haben denselben Nutzen und tiefere Kosten als bei einer Behandlung mit Originalpräparaten. Die Zuwachsraten im Generikamarkt sind zwar erfreulich. Die Möglichkeiten sind indes längst noch nicht ausgeschöpft. Im ganzen Medikamentenmarkt sind rund 20% der Medikamente durch Generika ersetzbar. Genutzt wird davon erst gut 6%. Im letzten Jahr lag das Einsparpotential durch die Abgabe von Generika bei gut 130 Mio. Franken, möglich wären hingegen 340 Mio. Franken. Dieses Sparpotential muss durch wirksame Anreize genutzt werden und diese gehen eben über das Portemonnaie jedes Einzelnen.
  
Die CVP wir im Rahmen der KVG-Revision verlangen, dass Generika mit einem tieferen Selbstbehalt belastet werden als Originalpräparate oder in Managed Care-Modellen ganz von einem Selbstbehalt abgesehen werden kann. Generika sind günstiger als Originalpräparate und mit einem tieferen Selbstbehalt würde der finanzielle Vorteil für Patientinnen und Patienten spürbar kumuliert, was sich positiv auf die Generikasubstitution und die Kostendämpfung im Medikamentenbereich auswirken wird.
    
Ruth Humbel Näf, Nationalrätin CVP
 
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