CVP Nationalrätin Ruth Humbel
04.12.2005
 

Etappensieg der Familien und der CVP

Nachdem der Ständerat lediglich eine formelle Harmonisierung der Familienzulagen beschlossen hat, hält der Nationalrat an seinem Entscheid fest, bei den Familienzulagen neben einer formellen auch eine geringfügige materielle Harmonisierung einzuführen. Dank tatkräftiger Unterstützung der CVP hat der Rat am Grundsatz „ein Kind – eine Prämie“ sowie an gesamtschweizerisch minimalen Kinderzulagen von 200 Franken bzw. 250 Franken für Kinder in Ausbildung festgehalten.
     
Kinderzulagen sind ein zentrales Instrument der Familienpolitik. Sie sind eine Abgeltung für Leistungen, welche Familien im Interesse unserer Gesellschaft erbringen. Die heutige föderalistische Ausgestaltung der Kinderzulagen trägt den Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und auch im sozialen Bereich in keiner Weise mehr Rechnung. Wer im Kanton Aargau arbeitet bekommt 150 Franken Kinderzulagen, im benachbarten Kanton Zug hingegen das Doppelte, maximal 300 Franken; im Kanon Wallis wären es maximal gar 444 Franken. Diese enormen Differenzen sind rein föderalistisch bedingt und haben nichts zu tun mit den Lebenshaltungskosten oder der Wirtschaftskraft des jeweiligen Kantons. Mit den beiden Kantonen Wallis und Zug liegen sowohl ein finanzschwacher wie auch ein finanzstarker Kanton an der Spitze der Höhe der Kinderzulagen.
   
Die Wirtschaft verlangt von den Arbeitnehmenden grosse Mobilität. Die föderalistischen Strukturen stehen diesem Erfordernis diametral entgegen. Der Staat muss aber sowohl für die Wirtschaft wie auch für Familien optimale Rahmenbedingungen schaffen. Familien sollen bei der von der Wirtschaft geforderten Mobilität vom Staat nicht behindert, sondern unterstützt werden.
   
Gesamtschweizerisch liegt die durchschnittliche Kinderzulage bei 184 Franken. Bis das Gesetz dereinst in Kraft sein wird dürften die 200 bzw. 250 Franken – welche übrigens bereits vor 13 Jahren mit der Überweisung einer parlamentarischen Initiative beschlossen wurden - kaum mehr über dem Durchschnittswert liegen. Im Übrigen steht es den Kantonen frei, über die Minimalbeträge hinauszugehen.
   
Gesamtschweizerisch einheitliche Kinderzulagen kennen wir heute nur in der Landwirtschaft. Da werden die Zulagen auf das nächste Jahr auf 195 bzw. 200 Franken angehoben. Es ist an der Zeit, dass nicht nur Bauernkinder sondern alle Kinder dieses Landes Kinderzulagen bekommen. Die CVP steht dafür ein.
    
Rechte Kreise haben bereits mit dem Referendum gegen das Gesetz gedroht. Das ist einerseits bedauerlich, gibt andererseits dem Volk aber die Chance über den Wert und die Ausrichtung der Familienpolitik in unserem Land zu entscheiden.
 
 
H O T L I N K S


________________