CVP Nationalrätin Ruth Humbel
28.02.2007
 

Nein zur Einheitskasseninitiative:
Keine neue Schuldenfalle à la IV!

Das schweizerische Gesundheitswesen gehört weltweit zu den besten, hat aber einen hohen Preis. Das Hauptproblem liegt indes bei der Kostenentwicklung und nicht bei der Finanzierungsform. Die Prämien sind immer eine Folge der Kosten. Es braucht Reformen um die Kostenentwicklung zu bremsen und um das Kosten/Nutzen-Verhältnis zu optimieren. Die CVP will mit der KVG-Revision die Anreize für ein kostenbewusstes Verhalten aller Akteure verbessern, insbesondere mit Transparenz von Kosten und Qualität der Leistungen sowie mit Behandlungsnetzwerken. In eine völlig gegenläufige und Kosten treibende Richtung steuert hingegen das Begehren einer monopolistischen Einheitskasse.
Unser Krankenversicherungssystem ist sozial und solidarisch.

        
Unser Krankenversicherungssystem wird sowohl mit Kopfprämien, rund 18 Milliarden als auch mit Steuermitteln, rund 10 Milliarden Franken, finanziert und hat sich bewährt. Von der Prämienverbilligung profitiert ein Drittel der Bevölkerung. Das Prämienverbilligungssystem wurde inzwischen familienfreundlich ausgestaltet. Unser System gibt den Versicherten die Möglichkeit, spezielle Versicherungsformen mit tieferen Prämien oder Kostenbeteiligungen zu wählen. Das wäre mit einer Einheitskasse nicht mehr möglich. Wenn die Höhe der Prämie einzig vom Einkommen abhängt, entfällt für die Versicherten der Anreiz, sich vor der Beanspruchung medizinischer Leistungen Gedanken über die Kostenfolgen zu machen.
Kostentreibende Wirkung, keine Wahlfreiheit und höhere Prämien
Die Initiative will, dass die Leistungserbringer, Behörden und Versicherte im Verwaltungsrat gleichermassen vertreten sind. Folglich würden die Leistungserbringer über ihre Leistungen und Preise entscheiden, was unweigerlich zu einem Leistungsausbau und Mehrkosten führen würde. Zudem würde eine monopolistische Einheitskasse einen wichtigen Motor der Kosteneffizienz ausschalten. Mit dem heutigen System haben die Versicherten bei der Wahl ihrer Krankenversicherung die volle Freiheit. Damit besteht Wettbewerb zwischen den Anbietern, was den Anreiz zu Kosten dämpfenden Massnahmen und bestmöglicher Servicequalität bietet. Die Krankenversicherer arbeiten effizient. Der Verwaltungsaufwand liegt bei 5.4%. Folglich fliessen von 100 Franken Prämien 94.60 Franken direkt in die medizinische und pflegerische Behandlung.
Einheitskasse: Ein teures und gefährliches Experiment
  
Es ist davon auszugehen, dass die Einheitskasse die Kosten im Gesundheitswesen massiv erhöhen würde, weil bei allen Beteiligten Anreize, sparsam mit den Ressourcen umzugehen, entfielen. Den Versicherten wird die Möglichkeit für Prämienrabatte gänzlich genommen und damit auch der Ansporn für eine selbstverantwortliche Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen.
    
Die IV ist eine Einheitskasse und hat 10 Milliarden Schulden. Verzichten wir bei der Krankenversicherung auf ein so kostspieliges, schuldenträchtiges Experiment und lehnen wir die Einheitskasseninitiative ab, wie es das Volk schon 2003 getan hat.
  
Ruth Humbel. Nationalrätin
 
 
H O T L I N K S


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